Allgemeine Infos

Wissenswertes über Perfins.

Perfins

Gelochte Briefmarken nennt man „Perfins“.

Der Name kommt von dem Begriff „perforated Initials“. Die Verwender haben damit ihr Eigentum gekennzeichnet. Gestaltet sind die Lochungen meist in Form der Initialen des Namens oder eines Firmenlogos oder Symbols.

In früheren Zeiten waren die Sammler nicht an den gelochten Briefmarken interessiert. Doch mittlerweile haben sich viele Sammler für dieses sehr spezielle Sammelgebiet begeistert. Es ist ein abwechslungsreiches und interessantes Gebiet mit Briefmarken aus aller Welt.

Wer lochte Briefmarken ?

Größere Firmen und Behörden verwendeten sehr viele Briefmarken. Sie kauften die Marken in Bogen oder Rollen bei der Post und lochten sie dann mit speziellen Geräten. 

Kleine Firmen haben nur selten Marken gelocht. Der finanzielle und personelle Aufwand war für diese zu groß.

Die Firmen die Briefmarken gelocht und für ihre Post verwendet haben, nennt man „Verwender“. Dieser wird im Katalog bei dem jeweiligen Perfin angezeigt.

Gewöhnlich hat ein Betrieb eine Lochung verwendet. Andere Firmen haben andere Lochungen. Ausnahmen gibt es bei Ländern mit sehr vielen Perfins. Da kommt es vor, dass mehrere Firmen die gleichen oder ähnliche Perfins benutzten. Ganz extrem ist es bei deutschen Perfins. Da gibt es Perfins, die von einigen Firmen benutzt wurden. In diesen Fällen kann eine Zuordnung des Perfins zu einem Verwender nur vorgenommen werden, wenn man einen Brief oder eine Postkarte in Händen hat. An einer einzelnen Briefmarke kann aber der Ortsstempel der Post aussagekräftig sein.

Warum wurden Briefmarken gelocht ?

Wer ständig große Mengen an Briefmarken verwendet, hatte ein Problem mit Diebstahl. Briefmarken konnte man früher auch der Post zurückgeben und erhielt dafür Bargeld. Das war für manche Leute eine große Versuchung. Um Diebstahl zu vermeiden, lochte man die Briefmarken. Deshalb konnten sie nicht mehr bei der Post zurückgegeben werden. Natürlich wurden die Marken auch weiterhin für private Briefe verwendet. Siehe: „Privatverwendung“.

Wie wurden Briefmarken gelocht ?

Die Firmen und Behörden, die ihre Briefmarken lochen wollten, kauften ein entsprechendes Gerät bei den Firmen Sloper, Poko. Michelius und anderen. Es gab kleine leichte Handgeräte, aber auch große Tischgeräte für die Großverbraucher. Man konnte einzelne Briefmarken, ganze Bögen oder Rollen, je nach dem Gerät, lochen. Stahlstifte in den Geräten pressten sich durch die Briefmarken und hinterließen die Lochungen.

Spezialisten können an der Lochung erkennen, mit welchem Gerät die Lochung hergestellt wurde.

Handgerät für einzelne Lochungen von diversen Herstellern

Welche Arten von Lochungen gibt es ?

Jede Firma oder Behörde konnte die Gestaltung ihrer Lochung selbst bestimmen. Die Herstellerfirmen der Geräte stellten dann die entsprechenden Stanzen her.

Man kann die verschiedenen Lochungen in vier Typen unterscheiden:

Buchstaben

Im Katalog sortiert nach Buchstaben

Firmenzeichen

Im Katalog sortiert nach Buchstaben

Symbole

Im Katalog wird ein „#“ vorangestellt und dann nach einer Nummer sortiert.

Ziffern

Im Katalog sortiert nach den Ziffern.

Lochungen im Laufe der Zeit.

Die Lochungen wurden viele Jahre benutzt. Mit der Zeit veränderte sich einiges:

  1. Der Firmenname änderte sich.
  2. Neue Filialen wurden gegründet.
  3. Die Gestaltung der Lochung wurde geändert.
  4. Die Geräte nutzten sich ab und die Stahlstifte verbogen oder brachen ab.

Aus diesen Gründen haben manche Firmen mehrere verschiedene Perfins.

Wann wurden Briefmarken gelocht ?

Der Anfang der Briefmarken-Lochung ist in jedem Land anders. In manchen Ländern wurde schon wenige Jahre nach Einführung von Briefmarken gelocht. Andere Länder begannen erst viele Jahre später. In manchen Ländern wurde die Lochung irgendwann verboten. Andere Länder lochen heute noch. Angaben zum Zeitraum der Lochungen finden Sie in den jeweiligen Katalogen.

Der Zeitraum in dem eine Firma oder Behörde ihre Briefmarken  gelocht hat, ist soweit bekannt, bei den einzelnen Perfins im Katalog notiert.

In welchen Ländern wurde gelocht ?

In den meisten Ländern der Welt wurden Briefmarken gelocht. In einigen Ländern nur wenige Jahre in anderen sehr lange – bis zu 100 Jahre. Die meisten Länder verwenden heute keine Perfins mehr, aber es gibt noch ein paar wenige, die heute noch lochen.

Die Firmen oder Behörden die die  Briefmarken gelocht und für ihre Post verwendet haben, nennt man „Verwender“. Dieser wird im Katalog bei dem jeweiligen Perfin angezeigt.

Gewöhnlich hat ein Betrieb eine Lochung verwendet. Andere Firmen haben andere Lochungen. Ausnahmen gibt es bei Ländern mit sehr vielen Perfins. Da kommt es vor, dass mehrere Firmen die gleichen oder ähnliche Perfins benutzten. Ganz extrem ist es bei deutschen Perfins. Da gibt es Perfins, die von einigen Firmen benutzt wurden. In diesen Fällen kann eine Zuordnung des Perfins zu einem Verwender nur vorgenommen werden, wenn man den Absendeort am Poststempel erkennen kann oder sogar einen Brief oder eine Postkarte in Händen hat.

Wie sammelt man Perfins ?

Sehr häufig werden Perfins nach einzelnen Ländern gesammelt. Bei  Ländern mit sehr vielen Perfins werden auch oft einzelne Teilgebiete gesucht. In Deutschland gibt es Sammler die nur Lochungen auf Marken von Bayern sammeln. Andere interessieren sich für Lochungen von bestimmten Branchen (Banken, Polizei, Bahnpost …), oder bestimmte Briefmarken. Sehr interessant sind auch die Lochungen auf Marken von den Kolonien der verschiedenen Länder. Jeder sammelt das, was ihm Spaß macht.

Wie bewertet man Perfins ?

Die Bewertung von einzelnen Perfins ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Bei den normalen Briefmarken hat man die Auflagenzahlen der Druckerei. Dies ist bei Perfins nicht der Fall. Es gibt keine Unterlagen, wieviele Briefmarken von den Firmen gelocht wurden. Man könnte nun den Wert der Briefmarke feststellen und dann 10% für die Lochung aufschlagen. Aber das ist auch nicht exakt.

Im Internet werden die gleichen Lochungen für 0,10 EURO und auch für 3,- $ angeboten. Das bedeutet, dass die eigentlichen Preise vom Markt gemacht werden. Vor einiger Zeit wurde eine einzelne Lochung aus Finnland für 240,- EURO verkauft. Der Grund ist, dass es in Finnland nur 11 verschiedene Perfins gibt.

Wir werden ständig gefragt, was ein bestimmtes Perfin wert ist, können darauf aber keine zuverlässige Antwort geben. Deshalb lehnen wir eine Bewertung  grundsätzlich ab.

Wenn Sie noch Fragen haben, dann zögern sie nicht und fragen Sie uns!